Wir haben ein neues Zuhause gebaut: für Käfer 🦠
Wir haben ein Zuhause der besonderen Art gebaut – eines, das nicht für uns, sondern für Käfer gedacht ist. Genutzt haben wir dafür Äste und Holzstücke, die übers Jahr auf unserem Gelände gesammelt wurden.
Totholz ist alles andere als nutzlos: Es ist ein lebendiger Lebensraum, der unzähligen Insektenarten eine Heimat bietet. 🌳
Besonders viele Käferarten sind auf dieses scheinbar „tote“ Holz angewiesen. Einige legen ihre Eier in morsche Wurzeln, wo sich ihre Larven in Ruhe entwickeln können.
„Manche Käferarten verbringen sogar mehrere Jahre in unterirdischen Totholzstrukturen.“ beschreibt unsere Biologin Kerstin Fischer, die den Workshop gemeinsam mit der Autorin und Naturexpertin Farina Graßmann durchgeführt hat.
Eine sogenannte Käferburg bietet vor allem den Larven von Nashorn-, Hirsch- und Rosenkäfern geeignete Lebensbedingungen. Es ist eine spezielle Behausung für Käferlarven und andere Insekten, die größtenteils aus Totholz besteht – und ein gutes Stück davon liegt unter der Erde. 🐞
Am letzten Sonntag haben wir genau solch eine Käferburg in unserem Insekten-Schaugarten errichtet.
Und so einfach geht’s:
1. Loch ausheben. (Leider war der Boden im Insekten-Schaugarten unfassbar hart, ein sandiger, verdichteter Lehmboden. Besser, wir hätten eine Spitzhacke gehabt.) ⛏
2. Laubholz-Äste aufrecht in das Loch stellen. Hier ist es praktisch, wenn man im Team arbeitet und jemand die Äste zunächst in Position hält. Diese Äste bilden später das Herzstück der Käferburg.
3. Loch wieder auffüllen: am besten mit Holzhäckseln oder Sägespänen.
Mit einer Käferburg schafft man die Bedingungen, die Käfer brauchen: morsches Holz, Laub, Erde und Feuchtigkeit. Mit der Zeit wird das Holz weicher, Pilze siedeln sich an, Kleintiere ziehen ein und nach und nach bildet sich sogenannter Mulm 💚.
Das ist lockeres, teilweise zersetztes organisches Material. Für viele Käferlarven ist genau dieser Mulm Nahrung und Lebensraum zugleich.
So finden Käfer, die sonst eher in lichten Laubwäldern leben, ein Zuhause im Garten – und können sich vermehren, um später neue Wälder zu besiedeln.
Ein Trittstein- Biotop für die Artenvielfalt!








